Kammerjäger

Informationen: Insektenpathogene Nematoden

Insektenpathogene Nematoden sind als Nützlinge eine effektive biologische Waffe gegen Pflanzenschädlinge. Mithilfe von Nematoden ist es also möglich, eine biologische Schädlingsbekämpfung zu betreiben, ohne dass dabei chemische Mittel angewendet werden müssen. Deshalb ist diese Art der Schädlingsbekämpfung auch äußerst umweltfreundlich und dabei noch sehr effektiv. Nematoden sind als Fadenwürmer lebende Organismen und eignen sich beispielsweise zur biologischen Bekämpfung von Trauermücken, Engerlingen, Ameisen oder Schnecken. Nematoden sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind, sie lassen sich jedoch gut unter einem Lichtmikroskop sichtbar machen. Mittlerweile sind über 20.000 Arten bekannt, von denen jedoch längst nicht alle zur biologischen Insektenbekämpfung eingesetzt werden können.

Nematoden sind eine besonders umweltschonende Art der Schädlingsbekämpfung

Die Arten von Nematoden, welche sich als biologische Schädlingsbekämpfung eignen, werden auch als insektenpathogene Nematoden bezeichnet, da diese in der Lage sind, über bestimmte Wirkmechanismen die Insekten vollständig unschädlich zu machen. Es gibt auch sogenannte humanpathogene Nematoden, diese sind dann also für den Menschen gefährlich, dazu gehören beispielsweise Peitschenwürmer, Trichinellen oder auch Spulwürmer. Um bestimmte Schädlinge abzutöten, treten die vergleichsweise nur kleinen Nematoden durch deren Körperöffnungen in das Innere ein. Im Inneren der insektenpathogenen Nematoden wiederum leben bestimmte Arten von Bakterien in Symbiose. Sobald eine Nematode durch eine Körperöffnung in einen Wirtsorganismus, also einen Schädling, eingedrungen ist, wird dieser dann auch mit dem Bakterium infiziert. Infolgedessen stirbt der Schädling ab. Im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung, beispielsweise gegen Dickmaulrüssler, Engerlinge, Wiesenschnaken oder Maulwurfsgrillen, kommt es bei dem Einsatz der Nematoden zu keinerlei schädlichen Neben- oder Wechselwirkungen für die Umwelt.

Die optimalen Rahmenbedingungen für eine hohen Wirksamkeit der Nematoden

Nematoden wirken ihrem Einsatzzweck entsprechend also sehr spezifisch, wobei andere Pflanzen oder Tiere größtmöglich geschont werden. Dies macht ihren Einsatz sehr planbar und effizient. Außerdem werden meistens nicht die Erwachsenenformen der Schädlinge durch die Nematoden bekämpft, sondern bereits deren Larven. Um insektenpathogene Nematoden effektiv einsetzen zu können, sind jedoch einige Punkte zu beachten. Zunächst sollte eine ausgiebige Ursachenforschung dahingehend betrieben werden, um welche Schädlinge es sich überhaupt handelt. Erst, wenn der Befall eindeutig identifiziert wurde, sollten Nematoden spezifisch eingesetzt werden, denn gegen ganz bestimmte Schädlinge können auch nur ganz bestimmte Nematoden wirken. Je nach Art der Nematoden hängt deren effektive Anwendung darüber hinaus auch von klimatischen Bedingungen ab. Eine zu kalte oder auch zu trockene Witterung könnte den Erfolg bei der Schädlingsbekämpfung also verhindern. Außerdem muss der Zeitpunkt so gewählt werden, dass sich die Schädlinge noch im sogenannten Larvenstadium befinden, denn dann können die Nematoden besonders effektiv angreifen.

Herstellung einer wässrigen Suspension mit insektenpathogenen Nematoden

Für bestimmte eingesetzte insektenpathogene Nematoden muss unbedingt auch die Bodentemperatur berücksichtigt werden. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Nematoden bei Temperaturen zwischen 12-28 °C besonders effektiv gegen Schädlinge eingesetzt können. Ist der Boden also beispielsweise zu kalt, werden die Nematoden ihre nutzbringende Arbeit einfach einstellen. Es sollte darüber hinaus vermieden werden, insektenpathogene Nematoden tagsüber auszubringen, viel besser von der Tageszeit her geeignet sind der frühe Morgen oder die Abendstunden. Dies hat einen einfachen Grund, denn Nematoden sind gegenüber jeder Form der UV Einstrahlung sehr empfindlich. Insektenpathogene Nematoden sind im Handel als Fertigpulver erhältlich. Dieses Pulver muss dann in einem ganz bestimmten Mischungsverhältnis nach Herstellervorschrift mit Wasser angerührt werden, sodass eine wirksame Suspension entsteht. Dieses Gemisch kann dann einfach am besten mit einer Gießkanne gleichmäßig über das zu behandelnde Areal ausgebracht werden. Nematoden verrichten ihre Arbeit nur dann, wenn es feucht ist, Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden.