Kammerjäger

Informationen: Kakerlaken

Kakerlaken gehören zu den erfolgreichsten Spezies auf dieser Erde

Kakerlaken werden generell als schmutzige und krankmachende Schädlinge gesehen. Deshalb lösen sie bei vielen Menschen großen Ekel aus. Wer eine Kakerlake in seiner Wohnung entdeckt, sollte schnell handeln, denn die kleinen Krabbeltiere halten sich normalerweise eher in ihren Verstecken auf, als dass sie sich zeigen. Wenn sie erst einmal sichtbar werden, bedeutet das in den meisten Fällen, dass schon ein starker Befall vorliegt. Da sich Kakerlaken in ihrem Leben mehrfach häuten, kann es auch sein, dass die abgestreiften Reste ihrer Haut zu entdecken sind oder ihr Kot, der aussieht wie Kaffeepulver und meistens in Linien abgesetzt wird. Manchmal kann man die Tiere sogar riechen, denn Kakerlaken kommunizieren über ihren Geruch. Wer einen unangenehmen, süßlichen Geruch in der Wohnung feststellt, sollte sich dringend auf die Suche nach den Verstecken des Ungeziefers begeben.

Verschiedene Arten von Schaben

Kakerlaken sind eine Untergruppe der Schaben. Umgangssprachlich wird der Unterschied zwischen Kakerlake und Schabe oft vernachlässigt. Die Kakerlake wird auch Küchenschabe genannt. Zur Gruppe der Schaben gehören etwa 4.600 Arten, von denen die Kakerlake genau genommen nur eine ist. Die meisten Arten von Schaben leben in den subtropischen und tropischen Regionen dieser Erde in der freien Natur ohne Kontakt zum Menschen. Nur sehr wenige Arten, wie die Deutsche Schabe, die Orientalische Küchenschabe und die Amerikanische Großschabe leben überhaupt in der Nähe des Menschen und machen uns das Leben als Schädlinge schwer. Hierzulande kommen zum Glück nur die Deutsche Schabe und die Gemeine Schabe vor. Diese beiden Arten benötigen als Lebensraum Häuser und Wohnungen, die beheizt werden. Zusätzlich leben in Deutschland weitere sechs Arten von Schaben in der freien Natur ohne direkten Kontakt zum Menschen, die innerhalb einer Wohnung nicht überlebensfähig sind.

Geschichte der Kakerlake

Kakerlaken sind sehr alte Tiere, die bereits seit über 300 Millionen Jahren existieren. In dieser ganzen Zeit haben sich die Tiere kaum verändert. Das macht sie zu einer der erfolgreichsten Spezies auf dieser Erde. Die Tiere sind sehr anpassungsfähig und können innerhalb kürzester Zeit sehr viele Nachkommen produzieren. Manchmal wird gesagt, sie könnten sogar einen Atomkrieg überstehen, was nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn Kakerlaken halten zwar radioaktive Strahlung besser aus als der Mensch und Säugetiere generell, sind aber nicht komplett unempfindlich dagegen.

Lebensräume von Kakerlaken

Ursprünglich kam die Kakerlake aus wärmeren Regionen dieser Erde nach Mittel- und Nordeuropa. Die Tiere sind heute auf der ganzen Welt vertreten, mit Ausnahme der Polargebiete, wo es ihnen zu kalt ist. Kakerlaken benötigen zum Überleben feuchte und warme Gebiete, zudem sind sie nachtaktiv und lichtscheu und verstecken sich deshalb tagsüber in dunklen Ritzen. In der freien Natur graben sie sich in die Erde ein.

Können Kakerlaken fliegen?

Alle Arten von Schaben können sehr gut und sehr schnell laufen. Die meisten sind zwar geflügelte Insekten, allerdings sind ihre Flügel nur gering ausgebildet. Einige wenige Arten haben überhaupt keine Flügel. Die Tiere benutzen ihre Flügel ausschließlich um einen Fall abzubremsen oder über kurze Distanzen hinweg zu flattern. Die einzige Art von Schaben, die gut fliegen kann, ist die Amerikanische Großschabe.

Was fressen Kakerlaken?

In Bezug auf ihr Futter sind Kakerlaken sehr anspruchslos. Von jeglicher Art von Lebensmitteln, über Textilien, Leder, Papier und Fäkalien, bis hin zu ihren eigenen Artgenossen fressen sie alles, was ihnen begegnet. Am liebsten fressen Kakerlaken Nahrungsmittel, die feucht und nass sind, wie zum Beispiel Obst oder Lebensmittel, die bereits Fäulnis zeigen.

Vermehrung von Kakerlaken

Wenn eine weibliche Kakerlake befruchtet wurde, legt sie normalerweise ein Eipaket ab. Diese Eipakete sind braune, längliche Kokons, die 20 bis 50 Eier enthalten können. Manche Arten von Schaben legen die Eier nicht ab, sondern tragen sie am Körper. Die Menge der Eier und das Schlüpfen der Baby Kakerlaken ist je nach Art ganz unterschiedlich. Die frisch Geschlüpften werden aber sehr schnell geschlechtsreif und fortpflanzungsfähig.

Wie ein Kakerlakenbefall entsteht

Viele Menschen sind der Meinung, dass es Kakerlaken nur dort gibt, wo es schmutzig ist. Allerdings sind Schaben nicht immer ein Zeichen von Schmutz. Sie können auch über den Einkauf von Lebensmitteln eingeschleppt werden, obwohl die Küche oder die Speisekammer grundsätzlich sauber ist. Genauso können sie sich in Einrichtungsgegenständen befinden, wenn diese gebraucht gekauft werden. Da die Tiere ganz leicht kleinere Wanderungen zurücklegen können, können sie auch ohne Probleme in die Wohnung des Nachbarn gelangen und sich so in ganzen Mietshäusern ausbreiten. Manchmal werden die Tiere auch aus dem Urlaub mitgebracht, wo sie sich im Koffer verstecken. Vorsicht ist vor allem vor dem Gelege der Kakerlake geboten. Wer mit seinem Schuh hinein tritt, hat die Eier an der Schuhsohle kleben und kann sie überall verteilen.