Kammerjäger

Informationen: Lästlinge

Lästlinge sind Tiere, wie zum Beispiel manche Insekten, die zwar für den Menschen keine Gefahr darstellen, ihn aber belästigen. Ein typische Beispiel ist die Wespe, die das Frühstück auf der Terrasse stört oder beim Grillabend mit verköstigt werden will. Weitere Beispiele für Lästlinge sind Spinnen, vor denen sich viele Menschen ekeln oder auch Wanzen und Fliegen. Es ist wichtig beim Begriff Lästling zwischen Lästlingen und Schädlingen zu unterscheiden, denn viele der als Lästlinge bezeichneten Tiere sind in Wahrheit Nützlinge.

Beispiele für typische Lästlinge:

Sind Lästlinge Schädlinge oder Nützlinge oder beides?

Es gibt unterschiedliche Begriffe, die Tiere beschreiben, die in irgendeiner Weise mit dem Menschen in Kontakt kommen. Einer davon ist der Begriff des Schädlings, der Organismen bezeichnet, die den Menschen wirtschaftlich schädigen. Das können zum Beispiel Insekten sein, die Nutzpflanzen zerstören, wie Mäuse, Kartoffelkäfer, Schnecken, Borkenkäfer oder Heuschrecken. Der Begriff des Nützlings bezeichnet Tiere, die dem Menschen nützlich sind, wie der Name schon sagt. Das können bestimmte Spinnentiere, Würmer oder auch Insekten sein, die zum Beispiel in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. In der Gruppe der Lästlinge können Tiere zusammengefasst werden, die gleichermaßen Schädlinge oder Nützlinge sein können. Grundsätzlich handelt es sich bei allen diesen Einteilungen aber um menschliche Definitionen, die nichts mit biologischen Kategorien zu tun haben. Deshalb sind die Grenzen innerhalb dieser Begriffe fließend.

Auch manche Wirbeltiere können als Lästlinge bezeichnet werden

Zu den typischen Lästlingen im Haus, die als störend empfunden werden, den Menschen aber nicht schädigen können, zählen Silberfischchen, Ameisen, Fliegen, Wespen, Asseln, Spinnen, Ohrwürmer und Tausendfüßler. Im Freien kommen dann noch Tiere hinzu, wie Läuse, Milben, Bremsen oder Mücken, die vom Lästling zum Schädling werden können, wenn sie ins Haus kommen und in großen Massen auftreten. Aber auch manche Wirbeltiere, wie zum Beispiel Tauben in der Großstadt können als Lästlinge gesehen werden oder auch Gänse, Enten, Waschbären, Marder und Fledermäuse.

Wespen als Paradebeispiel für Lästlinge

Als gutes Beispiel für die schwierige Abgrenzung des Begriffs Lästling, kann die Wespe gesehen werden. In der Natur und für den Menschen sind diese Tiere eindeutig Nützlinge. Wespen sind eine Art Müllabfuhr im Ökosystem. Sie fressen faules Obst oder Aas von Tieren und beschleunigen somit den Prozess der Verrottung. Natürlich unterscheiden die Tiere nicht zwischen den Abfällen des Ökosystems und der Wurst auf dem Frühstückstisch des Menschen. Das gleiche Problem stellt sich für die Behausungen der schwarz-gelben Insekten. Wenn sie ihre Nester in der freien Natur haben, sind sie für uns Menschen nicht störend und wir könnten ohne Probleme sagen, dass es sich bei einer Wespe um einen Nützlich handelt. Ganz anders sieht das allerdings aus, wenn wir Wespennester auf unseren Dachböden oder in unseren Rollladenkästen finden. In einem solchen Fall ist es übrigens wichtig zu wissen, dass laut Naturschutzgesetz ein Wespennest nicht ohne weiteres entfernt werden darf, denn die (lästigen) Nützlinge stehen unter Naturschutz. Befindet sich ein Wespennest an einer Stelle, wo es als störend empfunden wird, sollte sich ein Schädlingsbekämpfer oder ein Imker um die Umsiedelung des Nestes kümmern. Gut zu wissen ist auch, dass ein Wespennest immer nur für ein Jahr besiedelt und dann verlassen wird. Oft wird gesagt, Wespen seien besonders aggressiv. In Wahrheit sind sie aber eher friedliche Tiere und halten sich vom Menschen fern, zumindest solange es nichts zu futtern gibt.